5 Tipps für einen Besuch auf dem Stoffmarkt

Ein Besuch auf dem Stoffmarkt bietet alles was das Näh-Herz höher schlagen lässt. Vor allem eine riesige Auswahl an Stoffen und eine Menge Inspiration für neue Nähprojekte. Der entscheidende Vorteil des Einkaufs vor Ort ist, dass man die Stoffe viel besser unter die Lupe nehmen kann als zum Beispiel beim Online-Kauf. Griff und Fall sind leicht zu testen und der Farbton ist bei Tageslicht gut erkennbar. Das hilft vor allem, wenn man auf der Suche nach einem passenden Kombistoff ist. Außerdem bieten einige Händler ihre Ware besonders preiswert an.

Stoffmarkt Holland
Stoffmarkt Holland in Oberhausen- September 2018

Damit dein Besuch auf dem Stoffmarkt ein voller Erfolg wird, habe ich 5 Tipps zusammengestellt, die dir helfen dich bestens vorbereitet ins Getümmel zu stürzen.

Tipp 1: Allein und ohne Ablenkung

Die vielen Stände und das Gewusel auf so einem Stoffmarkt können auch einen Näh-Enthusiasten im ersten Moment überfordern. Daher ist es sinnvoll genügend Zeit einzuplanen und alle „Ablenkungen“ (Kinder, Männer, nicht-nähende-Freunde) direkt zu Hause zu lassen. So kann man sich voll und ganz auf die Stoffauswahl konzentrieren.

Außerdem sollte man genügend Rucksäcke oder Stoffbeutel mitnehmen, um die gekauften Materialien auch umweltfreundlich transportieren zu können. Auf dem letzten Stoffmarkt in Oberhausen habe ich sogar einige Frauen mit Rollkoffern gesehen 😀

Tipp 2: Budget festlegen

Wer – wie ich – nicht unbedingt einen kompletten Koffer voller Stoffe kaufen möchte, der sollte sich im Vorfeld ein Budget festlegen und mit Bargeld zahlen. So hat man besser im Blick, wann das Portemonnaie leer ist.

Vor allem an den großen Ständen kann man mittlerweile immer öfter mit Karte zahlen. Dies ist als Notfall-Möglichkeit natürlich genial, verleitet aber auch dazu den Überblick zu verlieren und zu viel Geld auszugeben. Ich habe es beim letzten Mal aber auch in Anspruch genommen *hust*

Tipp 3: Recherche & Planung

Ich finde es empfehlenswert sich vor dem Stoffmarktbesuch ein wenig Gedanken über die nächsten Nähprojekte zu machen. Dazu gehe ich immer meine abgespeicherte Links zu möglichen Schnittmustern durch und mache mir bei einem gemütlichen Frühstück eine Liste mit Schnittmustern und deren Materialart und -bedarf.

Wenn ich auf der Suche nach etwas farblich Passendem bin (Kombistoffe, Reißverschlüsse oder Knöpfe), dann nehme ich noch einen Stoffschnipsel des schon vorhandenen Stoffes als Muster mit. Den kann ich vor Ort dann neben die Stoffballen halten und schauen, ob es farblich passend ist.

 

Stoffmarkt Holland Mediapark Köln
Stoffmarkt Holland Mediapark – Köln Juli 2017

Tipp 4: Vergleichen statt Spontankauf

Wenn ich auf so einem Stoffmarkt ankomme, dann muss ich mich wirklich zusammenreißen nicht am erstbesten Stand direkt zu kaufen. Doch die Erfahrung hat mir gezeigt, dass der erste Stand nicht die besten Preise hat, sondern vielleicht auch nur den besten Platz 😉 Ich frag mich beim “Scannen” eines Standes immer, welche Materialien angeboten werden die ich suche (hier kommt dann meine Liste zum Einsatz). So kann ich das Angebot gezielter durchforsten. Die Angebote rennen einem ja nicht weg, daher gilt: Erst vergleichen, dann kaufen.

Tipp 5: Die richtige Stoffauswahl

Wenn es um Stoff für Kleidung geht, frage ich mich zuerst, ob ich einen gemusterten Stoff wirklich tragen würde bzw. er in meine Garderobe passt. So vermeide ich den ersten Kaufreflexen direkt nachzugeben. Dabei wickel ich auch schonmal ein Stück Stoff vom Ballen ab und schaue, wie er fällt und ob er zu dem Schnittmuster passt, was ich mir vorher ausgesucht habe. Einige Stände hängen ihre Stoffe auch direkt auf. Auch durch das Streicheln der Stoffe kann man schonmal einen ersten Eindruck von der Qualität gewinnen. Ich kaufe dann nur die Stoffe, die mich in allen Punkten überzeugen.

Mein Einkauf auf dem letzten Stoffmarkt in Oberhausen sah dann so aus:

Viskose Crepe

Crepe Viskose in khaki
Viskose-Crepe in khaki mit Blümchen

Diesen schön fließenden Crepe aus Viskose habe ich für 4€/Meter abgestaubt und werde in voraussichtlich für ein Kleid verwenden. Dazu habe ich mir bereits 2-3 Schnittmuster herausgesucht, die in Frage kommen. Mehr verrate ich an der Stelle mal noch nicht.

Dunkelgrüner Nicki

Dunkelgrüner Nickistoff

Dieser Nicki ist so weich, dass ich sogar den Polyesteranteil ignoriert habe. Das hier war ein klassischer “den will ich sofort haben!”-Kauf. Für 10€/Meter habe ich ihn mitgenommen. Lisa von Fashion Tam Tam hat so eine süße Kuscheljacke genäht, da musste ich bei diesem Stoff direkt dran denken. Vermutlich werde ich dazu das Schnittmuster meines Blousons abwandeln.

Thermolam

Thermolam

Thermolam ist ein hitzebeständiges Volumenvlies. Ich bin schon lange auf der Suche danach, weil mein Bügelbrett endlich mal wieder richtig aufgepolstert werden muss. Dazu hat mich Natascha inspiriert, die in einer ihrer Storys gezeigt hat, wie einfach es ist einen neuen Bügelbrettbezug zu nähen.

Romanitjersey

Romanitjersey

Zu guter letzt habe ich diesen bordeauxroten Romanitjersey gekauft. Das hat mich ca. 9€/Meter gekostet. Er ist für ein schickes Kleid für eine Winterhochzeit dieses Jahr eingeplant, bei der ich Gast bin. Die Schnittsuche ist hier noch nicht abgeschlossen, was ich schon weiß ist, dass es eher eng anliegend sein soll und dafür eignet sich ein fester Romanitjersey ganz gut.

Wer nun Lust hat einem Stoffmarkt einen Besuch abzustatten, findet hier die nächsten Termine vom Stoffmarktholland.

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3 Kommentare bei „5 Tipps für einen Besuch auf dem Stoffmarkt“

  1. Liebe Jenny,

    irgebdwie scheint es nur in München Tradition zu sein, dass es IMMER schüttet wie aus Eimern wenn Stoffmarkt ist 😉 dein Foto ist total schön und es sieht nach herrlichem Sonnenschein aus.

    Danke für die Tipps. Am wichtigsten für mich persönlich ist Tipp eins. War mal mit Kind und Kegel da, ging gar nicht.

    Und voll schön, dass du auf Stoffbeutel hinweist. Ich bin ja auch so ne alte Ökotante und großer Fan vom Jutebeutel. Außerdem kann man da viel mehr shoppen ohne zu befürchten das Gewicht in der Plastiktüte schneidet einem gleich den kleinen Finger ab
    Ich freu mich schon auf den nächsten Stoffmarkt hier im Süden und bin gespannt auf deine kommende Herbstprojekte.

    Hab ein schönes WE

    1. Oh nein, Regen stört natürlich ungemein, ich schick dir Sonne rüber nach München. Das mit den Jutebeuteln musste ich aufschreiben, ich habe dieses Mal nämlich auf eine(!) Tüte zurückgreifen müssen, weil ich mich mit der Menge des Stoffes und der Größe meines Rucksacks ordentlich verschätzt habe und JA, die schneiden wirklich fies ein. Aber ich muss auch zugeben, ich hab den Markt nur gefunden, weil mir Scharen von Frauen mit diesen Tüten entgegengekommen sind 😀 Immerhin ein kleiner Vorteil dieser Tüten. Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende!
      Liebe Grüße
      Jenny

  2. […] einen Blouson aus dunkelgrünem Nicki-Stoff genäht. Damit habe ich den ersten Stoff meines Einkaufs auf dem Stoffmarkt angeschnitten. In das Material habe ich mich trotz Polyesteranteil schnell verliebt, weil es so […]

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