Die Suche nach der richtigen Schneiderschere

Als ich kürzlich gefragt wurde, was ich mir dieses Jahr zu Weihnachten wünsche, habe ich direkt an eine neue Schneiderschere gedacht. Vielleicht mit einem bunten Griff, wie ich es bei Instagram in letzter Zeit häufig gesehen habe? Einige sollen den Stoff schließlich wie Butter schneiden, das klingt schon verlockend.

Die Ausgangslage

Bisher habe ich mich nicht viel mit dem Thema beschäftigt. Ich weiß, dass ich für Papier und Garnfäden eine normale Haushaltsschere von Ikea benutze und für Stoff eine separate Textilschere. Außerdem nutze ich seit diesem Jahr einen Rollschneider, der vor allem bei Blusenstoffen einen sauberen Zuschnitt, ohne dass die Stofflagen verrutschen, ermöglicht.

Schneiderschere

Von meiner Mama habe ich schon früh gelernt, dass man niemals die Stoffschere für Papier nutzen sollte, da diese sonst stumpf werden. Als Kind hab ich das Drama um diese Stoffschere zu Hause nicht begriffen, doch der Ernst der Lage ist mir bei meiner Recherche zu den verschiedenen Stoffscheren dann klar geworden. Mannomann, sind die teuer!

Kriterien einer guten Schneiderschere

Bei meiner Recherche habe ich mal die verschiedenen Kriterien gesammelt, die eine gute Schneiderschere ausmachen:

  • Die Form sollte ergonomisch sein, damit sie gut in der Hand liegt und das Handgelenk nicht zu sehr belastet wird.
  • Das Gewicht spielt ebenfalls eine Rolle, ist sie zu schwer, wird der Arm schließlich müde (die Schere mit dem höchsten Gewicht, die ich gefunden habe, wiegt über ein halbes Kilo!).
  • Dann kann man sich noch zwischen verschiedenen Längen entscheiden.
  • Eine Schraube zum nachjustieren der Klingen sollte vorhanden sein.
  • Das wichtigste Kriterium ist wohl die Klinge selbst, auch hier gibt es wieder zahlreiche Möglichkeiten: Glatt oder mit (Mikro-)Verzahnung oder beides? Die mit der Verzahnung werden übrigens für feine Stoffe empfohlen und sollen ein Verrutschen der Stofflagen verhindern. Eine abgerundete Spitze der Klinge soll verhindern, dass man die Stofflagen beim Schneiden mit anhebt.
  • Neben den genannten Punkten kommt mit Sicherheit auch noch der Design-Aspekt ins Spiel. Nicht ganz einfach, sich da einen vernünftigen Überblick zu verschaffen.
  • Tja und dann, dann ist da noch der Preis. Profi Schneiderscheren von Prym kosten je nach Modell zwischen 30€ und 55€. Nach oben gibt es keine Grenzen. Ein Modell von Zwilling kostet ca. 45€, bei Stoff und Stil habe ich sogar eine Profi-Schneiderschere für satte 135€ gesehen.

Mir schwirrt der Kopf, aufgrund der Vielzahl an Informationen und vor allem diesen Wahnsinns-Preisen. Ich gerate bei solchen Produktvergleichen häufig in so eine Art Strudel. Am Ende gebe ich meistens mehr Geld aus, als ich eigentlich wollte. Und aus „nur mal kurz gucken und ein bisschen vergleichen“ wird dann ein „ich kauf eine, am besten ein Mittelklasse-Modell“.

Also nochmal kurz besinnen: Wozu brauche ich eine Schneiderschere, die ab 30€ aufwärts kostet?

Der Rollschneider als präzise Alternative

Eigentlich nutze ich ja doch hauptsächlich meine geliebten Rollschneider. Nachdem ich also stundenlang recherchiert habe, welche Schere nun wohl die beste für mich ist, habe ich mich dazu entschieden mir ein 3er Pack originale Ersatzklingen für meinen Rollschneider zu Weihnachten zu wünschen.

Rollschneider

Die 3er Packung kostet um die 15€, der Zuschnitt geht damit sowieso schneller und präziser als mit einer Schere. Die Stofflagen werden nicht angehoben und verrutschen nicht. Außerdem wird das Handgelenk geschont und das „Ausrollern“ macht auch noch Spaß.

Für die seltenen Fälle, in denen ich mal eine Schere benutze, tut es meine gute alte Textilschere von Hema für 6,5€ dann doch. Die hat nämlich eine glatte und eine verzahnte Seite und schärft sich dadurch selber, wie ich jetzt weiß 🙂 Jetzt interessiert mich aber auch, welche Scheren ihr so nutzt. Habt ihr für Papier, Stoff und Garn unterschiedliche Scheren? Oder nutzt ihr auch einen Rollschneider?

Wie haltet ihr es mit dem Zuschnitt?

2 Replies to “Die Suche nach der richtigen Schneiderschere”

  1. Ein interessanter Beitrag! Ich selbst komme mit dem Rollschneider ja nicht so gut zurecht – bei mehr als einer Lage Jeans zum Beispiel muss man ganz schön drücken, finde ich, damit es überhaupt effektiv schneidet. Kurven finde ich auch ziemlich schwer, und wenn im Schnittteil schon NZ enthalten ist kriege ich es kaum hin, ordentlich an der Kante zu rollern. Ich nutze den Rollschneider am liebsten bei quadratischen Stücken, oder aber Babyzeug, weil auf meine Matte Teile für Erwachsene kaum passen. Und mit der Schere bin ich da schneller und ordentlicher.
    Erst vor ein paar Tagen habe ich mir bei einem Schärfer auf dem Wochenmarkt eine Stoffschere gekauft, die ist eher klein. Seitdem nutze ich die alte für Stoffe, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie eine Schere schneller abnutzen, wie Fleece zum Beispiel oder auch Jeans. Für Bügeleinlage nehme ich eine normale Papierschere.

    1. Die Matte ist bei mir auch immer zu klein, aber ich verziehe sie unter dem Stoff einfach einmal schnell. Das klappt eigentlich ganz gut, die meisten Schnittteile sind zwar länger als die Matte, aber nicht breiter. Daher muss man die Matte ja nur in eine Richtung ziehen und der Stoff verrutscht fast nicht. Auch die Kurven sind glaube ich einfach Übungssache, trotzdem kann ich den Punkt mit den Kanten gut nachvollziehen. Wenn ich beispielsweise einen Untertritt ausrollern soll, ist der Rollschneider bei mir auch zu klobig dafür. Vielleicht besorge ich mir doch nochmal eine kleine Schere für so Ecken und Kanten?! Und für Bügeleinlage habe ich immer die Stoffschere genutzt, vielleicht sollte ich da auch mal auf die Papierschere umsteigen. Danke für deinen Input! Ich find es ja immer interessant zu lesen, was andere Näher(innen) so benutzen. Bei Instagram habe ich übrigens schon gelesen, dass Clover und KAI Scheren ganz gut sein sollen.

      Liebe Grüße!

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