In 5 Schritten zu einer ordentlichen Schnittmuster-Aufbewahrung

Schnittmuster-Aufbewahrung

Ich zeige euch heute wie meine Schnittmuster-Aufbewahrung aussieht und wie man sowohl ausgedruckte als auch digitale Schnittmuster bestens sortieren und ablegen kann.

Ich nähe mittlerweile seit fast 10 Jahren, da sammelt sich doch das ein oder andere Schnittmuster an. Auch wenn ich immer wieder versuche auszusortieren, denn mein Platz ist knapp bemessen. Daher habe ich mir jetzt eine ordentliche und vor allem einheitliche Lösung für meine Schnittmuster-Aufbewahrung überlegt, analog und digital!

In 5 Schritten zu einer ordentlichen Schnittmuster-Aufbewahrung

1. Aussortieren

Es ist wohl keine Überraschung, dass das Aussortieren als erstes auf dem Plan steht. Bevor ihr eure Schnittmuster ordnen könnt, muss einfach ausgemistet werden. Ich habe (ganz im Marie Kondo Stil) einfach alle meine Schnittmuster auf einen Haufen geworfen und bin sie einzeln durchgegangen.

Schnittmuster-Aufbewahrung

Dabei habe ich mich gefragt:

  • Wird das daraus entstandene Kleidungsstück immer noch getragen?
  • Was war gut und was schlecht an dem Schnittmuster bzw. der dazugehörigen Anleitung?
  • Werde ich es noch einmal nähen?
  • Soll ich es aufbewahren, obwohl es mir damit “Platz wegnimmt”?

Am Ende dieses ersten Schrittes solltet ihr also zwei Stapel haben, einen mit Schnitten zum Wegwerfen oder Weitergeben und einen, den ihr behaltet. Zwei meiner aussortierten Schnittmuster konnte ich irgendwie noch nicht wegwerfen, obwohl ich schon vermute, dass ich sie nicht mehr nähen werde. Daher bleiben sie jetzt einfach noch einmal bis zur nächsten Aussortierrunde dabei. Immer wieder verwunderlich, wie man sein Herz an ein Stück Papier hängen kann.

Das Chaos beseitigen

2. Kategorisieren

Als nächstes geht es an das Sortieren und Kategorisieren. Um meine Schnittmuster in Kategorien einzuteilen, habe ich meinen einen großen Stapel also thematisch in mehrere kleine Stapel unterteilt. Schlussendlich habe ich für meine Schnittmuster so 11 Kategorien festgelegt:

  1. Jacken
  2. Hosen
  3. Röcke
  4. Kleider
  5. T-Shirts & Tops
  6. Langärmelige Oberteile & Pullover
  7. Blusen
  8. Männersachen
  9. Kindersachen
  10. Taschen & Portemonnaies
  11. Sonstiges
Kategorien für meine Schnittmuster

3. Ein System wählen

Es gibt so viele Möglichkeiten für die Schnittmuster-Aufbewahrung, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, sich für ein System zu entscheiden. Insgeheim träume ich (wie wahrscheinlich viele) davon, jedes einzelne Schnittmuster in einem weißen Papp-Hängeregister aufzubewahren. Alles ganz ohne Plastik und einheitlich beschriftet. Die Mappen sollen in schönen Kisten, diese wiederum in einem hübschen Regal und das in einem Nähzimmer/Atelier stehen. […] aber ich träume leider nur 🙁

Die Realität: 1 Kiste für 70 Schnittmuster

Die Realität sieht so aus, dass ich meinen Nähtisch im Wohnzimmer stehen habe und möglichst nach jedem Nähen alles in geschlossene Rollcontainer und Kisten einräume, damit unser Wohnzimmer nicht im Chaos versinkt. Ich habe genau 1 Kiste für meine rund 70 Schnittmuster, damit muss ich jetzt arbeiten.

Bye bye, Hängeregister.

Also habe ich mich dazu entschieden meine bisherige Aufbewahrung in Klarsichthüllen beizubehalten. Plastik ist nicht schön, aber es ist jetzt nun einmal da und ich fände es auch nicht nachhaltig, die Hüllen wegzuwerfen.

Trennschilder aus Karton basteln

Um meine festgelegte Kategorisierung aus Schritt 2 in die Kiste zu bringen, habe ich mir aus zwei Kartons Trennschilder zugeschnitten. Dazu nutzt man am besten ein Teppichmesser, wenn vorhanden. Scheren werden von so dicker Pappe schnell stumpf. Die Pappe sollte so hoch sein, dass sie später über die Schnittmuster hinausragt.

Die etwas tristen Trennschilder aus Pappe habe ich anschließend mit bunt bedruckten Papieren aufgehübscht. Diese waren als Trennblätter in einer alten Ausgabe des Flow-Magazin.

Mit Pappe basteln

Ich habe die bunten Papiere einmal an der langen Seite gefaltet und sie an der Falz vorsichtig in zwei Teile getrennt. Anschließend habe ich sie mittig 1x gefaltet. Zwischen das bunte Papier habe ich nun an der kurzen Seite ein Trennschild eingeklebt. Die Falz des bunten Papieres ist also oben am Trennschild.

Zum Schluss habe ich oben mittig noch einen Aufkleber zur Beschriftung aufgeklebt und die Trennschilder mit meinen vorher festgelegten Kategorien beschriftet.

Bunte Trennschilder

4. Auf ein Maß bringen

Meine Schnittmuster waren zwar bereits hauptsächlich in Klarsichtfolien untergebracht, es gab aber immer noch ein paar Querschläger dazwischen. Damit meine ich Schnittmuster, die lose und einfach irgendwie gefaltet herumfliegen oder solche, die über das DIN A4-Format der Hüllen hinausragen oder welche, die nur mit einer Büroklammer zusammengesteckt sind.

Damit keine Einzelteile mehr herumfliegen und alles in einem einheitlichen Format gefaltet ist, bin ich Stapel für Stapel durchgegangen und habe die Einzelteile wenn nötig neu und ordentlich gefaltet. Meine Schnittmuster sind jetzt alle im gleichen Format gefaltet und die Beschriftung eines der Schnittteile zeigt nach oben, sodass beim Durchblättern auf den ersten Blick erkennbar ist, um welches Schnittmuster es sich handelt.

Wer ein Freund von Deckblättern ist, könnte an dieser Stelle auch noch für jeden Schnitt ein Deckblatt in die Folie einlegen. Ich habe dazu bisher noch nicht den Drang verspürt. Aber ich sammle meine Notizen, die ich mir beim Nähen mache und lege sie dann einfach zu dem Schnittmuster in die Folie.

5. Einsortieren

Nun müssen die Schnittmuster nur noch in ihrer jeweiligen Kategorie einsortiert in die Kiste wandern. Die Trennschilder werden einfach dazwischen gesteckt. Dadurch, dass die Trennschilder etwas höher sind als die Folien, ist die Kategorie nun gut erkennbar.

Trennblätter mit Kategorien

Wenn ich jetzt ein Schnittmuster suche, muss nur in der jeweiligen Kategorie ein bisschen blättern. Damit habe ich eine sehr platzsparende Methode für mich gefunden. Für fast 10 Jahre Nähen, ist das doch sehr überschaubar 🙂

Schnittmuster-Aufbewahrung

Schnittmuster digital sortieren (eBooks)

Wie sieht die Schnittmuster-Aufbewahrung digital aus? Im Grunde ist es hier nichts anderes als bei den Papierschnitten. Wobei die eBooks den Vorteil haben, dass sie weitaus weniger Platz wegnehmen, als die Papierschnitte. Daher fällt das Ausmisten hier erst einmal weg und wir fangen direkt mit dem Sortieren an.

a) Kategorien & Nummerierung

Digital nutze ich wieder die gleichen Kategorien, wie zuvor auch bei meinen ausgedruckten Schnittmustern (siehe weiter oben Schritt 2) . Hier ist der Vorteil, dass ich mit einer zweistelligen Nummerierung der Ordner auch noch die Reihenfolge festlegen kann, dir mir am besten gefällt. Dadurch kann ich die Sortierung bestimmen und meine persönliche Reihenfolge festlegen. Ganz oben ist der Ordner “00 Noch nähen”, der die Schnittmuster enthält, die ich noch nähen möchte, die meist auch noch nicht ausgedruckt sind. Darunter folgen die anderen Ordner, einer für jede Kategorie:

Digitale Schnittmuster-Aufbewahrung

Sobald ein Schnittmuster das erste Mal ausgedruckt wurde und ich den Schnitt genäht habe, dann wandert die Datei vom Ordner “00” in einen der Kategorie-Ordner.

b) Benennung mit System

Für die Benennung der Schnittmuster habe ich mir eine dreigeteiltes Schema überlegt: “Kleidungsstück_Name_Label

Gibt es für ein Schnittmuster mehrere Dateien, z.B. weil es den Schnitt einmal zum Ausdrucken zu Hause gibt und einmal zum Plotten oder die Anleitung in einer separaten Datei ist, dann erstelle ich einen eigenen Ordner für das Schnittmuster und benenne ihn entsprechend. Das sieht dann bei mir für T-Shirts & Tops beispielsweise so aus:

Wenn ich ein Schnittmuster das erste Mal genäht habe, dann verschiebe ich die Datei aus dem Ordner “00 Noch nähen” in einen der Kategorie-Ordner. Bei der Verschiebung der Dateien benenne ich sie dann auch direkt nach meinem Schema um (“Kleidungsstück_Name_Label”). So findet man immer schnell, was man sucht.

c) Archive für eine bessere Übersichtlichkeit

Ganz klassisch “ausmisten” muss man bei eBooks nicht unbedingt, da die PDF-Dateien in der Regel nur wenige Megabyte an Speicherplatz benötigen. Um jedoch eine gute Übersichtlichkeit in den einzelnen Ordnern zu gewährleisten, kann man in den einzelnen Kategorie-Ordnern bei Bedarf auch noch einen “Archiv”-Ordner anlegen. Hierhin kann man alle Schnittmuster verschieben, die vorerst nicht mehr benötigt werden, aber auch nicht direkt gelöscht werden sollen.

d) Backups & Cloud

Neben der organisierten Ablage der digitalen Schnittmuster empfiehlt es sich in regelmäßigen Abständen ein Backup (z.B. auf einer externen Festplatte) zu machen, damit kein Schnittmuster verloren geht.

Ich habe meine Schnittmuster außerdem in einer Cloud abgelegt. Das erleichtert mir den Zugriff auf die Anleitungen, wenn ich z.B. an der Nähmaschine sitze und nur kurz mit dem Tablet etwas nachschauen will. Aber ist auch eben auch ein zusätzlicher Ort, an dem die Dateien abgelegt und somit gesichert sind.

Und damit schließe ich meine Sammlung mit Tipps für eine ordentliche Schnittmuster-Aufbewahrung.

Wie sieht eure Schnittmuster-Aufbewahrung aus?

Noch mehr zum Thema Ordnung und Aufbewahrung kannst du hier lesen: Nähplatz organisieren

Verlinkt bei Du für Dich am Donnerstag

10 Kommentare bei „In 5 Schritten zu einer ordentlichen Schnittmuster-Aufbewahrung“

  1. Deine Aufbewahrung finde ich super, eine Kiste und fertig. Ich habe Ordner und so wirklich keine Ordnung. Ich sollte auch mal schauen…
    Vielen Dank für die Idee….

    Viele liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea

    1. Hallo Andrea,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich hatte vorher auch Ordner, bis diese irgendwann wegen Überfüllung geschlossen waren 😉
      Durch die Folien in der Kiste kann man wie bei einem Ordner auch ganz gut “durchblättern”.
      Jetzt macht’s wieder Spaß “das eine Schnittmuster” rauszusuchen 🙂
      Liebe Grüße und viel Spaß beim Ordnen,
      Jenny

  2. Wow. Durch so eine Inventur sieht man mal, wie viele Schnitte man hat. Ich bin vor einiger Zeit von Kiste(n) auf Ordner umgestiegen und frage mich gerade, ob das so eine gute Idee war… Toll finde ich Dein System auf dem Rechner, bisher habe ich dort nur nach Labels sortiert und verliere langsam den Überblick. Herzlichen Dank fürs Zeigen. Liebe Grüße, Manuela

    1. Hi Manuela,
      das stimmt, ich hätte auch nicht gedacht, dass ich schon knapp 70 Schnittmuster gesammelt habe.
      Deine Ordner-Lösung finde ich auch nicht schlecht, da könnte man ja auch mit Trennblättern kategorisieren.
      Liebe Grüße
      Jenny

  3. Meine digitale Aufbewahrung sieht ganz genau so aus 😀 Ich habe die Kategorien Frauen, Kinder, Männer, Accessoires und dann jeweils unterteilt wie du. auch mit Nummerierung. Zusätzlich führe ich eine Liste (auf papier), auf der ich mir abhake, ob die SM schon gedruckt, geschnitten oder genäht sind und wie mein Fazit ist.

    1. Hi Mona,
      ich kritzel meine Anmerkungen meist auf kleine Zettel, aber auch nur, wenn ich Anpassungen vorgenommen habe. Für das Fazit lese ich manchmal noch in meinen Blogartikeln nach. Deine Variante mit der Liste klingt ja noch viel besser! Dann hat man alle Informationen schön übersichtlich zusammen, finde ich super 🙂
      Liebe Grüße
      Jenny

  4. Wenn bei anderen die Schnittmusteraufbewahrung gezeigt wird, finde ich das immer so niedlich. Ich habe fünf kleinere Kartons und zwei größere, voll mit Schnitten in Klarsichthüllen, oftmals auch noch mit Probemodell aus Stoff drin. Die Schnitte sind nach Art des Kleidungsstückes in den Kartons sortiert, einer für Hosen, einer für Röcke usw. Also muss ich innerhalb eines Kartons immer noch suchen. Soll ich meinen Schnitten Namen geben oder sie nummerieren? Mir ist dazu noch nichts eingefallen. Viele Grüße! Regina

    1. Hallo Regina,
      das sind natürlich nochmal ganz andere Dimensionen, wenn du sogar Probemodelle zu den Schnitten hast.
      Ich finde Namen besser als Nummern, einfach weil ich glaube, dass man sie sich besser merken kann.
      Du könntest die Schnitte dann innerhalb einer Kiste noch alphabetisch sortieren, dann findest du die Schnitte bestimmt noch schneller.
      Liebe Grüße
      Jenny

  5. Ein tolles System! Auf die Idee, eine Kiste zu verwenden, bin ich komischerweise noch gar nicht gekommen, obwohl ich Kiste-Aufräum-Freak bin. Ich bewahre Schnittmuster zwischen zwei größeren Pappen auf, die ich an der Seite und unten zusammenklebe. Auf den “Deckel” kommt die Anleitung, innen hat das Schnittmuster viel Platz, ohne dass es zu oft geknickt werden muss. Die Pappen mit den Schnittmustern bewahre ich an der Wand stehen auf – das geht aber nur gut, wenn man eine passende Nische hat. Einige kleinere Schnittmuster habe ich in einem Folienordner, aber den finde ich sehr unpraktisch, daher setze ich deine Idee bestimmt auch bald in die Tat um.

    1. Hey, vielen Dank! Deine Methode mit den Pappen klingt auch interessant. Ich habe etwas ähnliches mal mit Rollen gesehen, die in einem Korb standen. Dann muss das Schnittmuster nicht mal geknickt werden. Wenn man eine passende Nische oder ein eigenes Nähzimmer hat, ist das toll 🙂
      Liebe Grüße
      Jenny

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