(Behelfs-)Maske nähen

Maske nähen

Als ich das erste Mal gefragt wurde, ob ich eine Maske nähen könnte, habe ich nicht schlecht geguckt. Mein erster Gedanke war, bringt das denn überhaupt etwas? Zeitgleich wurde das Thema auch im Podcast von Prof. Dr. Drosten besprochen, eine selbstgenähte Maske kann zwar keinen Ansteckungsschutz für einen selber bieten, aber es hält aber “bei der Quelle” grobe Tröpfchen davon ab durch die Luft zu fliegen. Interessant fand ich auch den psychologischen Effekt, der mit dem Tragen einer solchen Behelfsmaske einhergeht, es erinnert die Menschen um einen herum daran, in welcher Situation wir stecken und dass es wichtig ist Abstand zu halten (in Folge 24 wird es ab Minute 27 ebenfalls noch einmal thematisiert).

Und so habe ich kurzerhand meine Stoff-Kiste nach Baumwollresten durchsucht und mir ein Schnittmuster und eine Anleitung herausgesucht.

Maske nähen

Meine Empfehlung: Die Anleitung von Nähtalente

Nachdem ich festgestellt habe, dass ich kein Schrägband, sondern nur noch Gummibänder in meinem Vorrat habe, bin ich relativ schnell bei der Anleitung von Naehtalente gelandet. Dort gibt es ein kostenloses Schnittmuster für eine Maske mit Gummiband in mehreren Größen. Außerdem werden viele verschiedene Versionen gezeigt (z.B. mit Filter oder mit einer Stabilisierung im Nasenbereich). Die Anleitung wird regelmäßig ergänzt und überarbeitet, sie steht sogar in mehreren Sprachen zur Verfügung. Viele Fotos zeigen die für Nähanfänger eventuell kniffligen Schritte, so dass ich sie rundum gelungen finde und sehr empfehlen kann!

Maske mit Rundgummiband

Maske nähen mit rundem Gummiband

Ich habe also die Maske mit Gummiband genäht. Sie besteht aus zwei Lagen Baumwollstoff, dem Oberstoff und dem Futterteil. Zwischen den beiden Lagen kann man bei Bedarf noch einen Filter einsetzen. Bisher habe ich die Masken jedoch nur ohne Filter genutzt. Diese Masken habe ich mit einem schwarzen Rundgummi ausgestattet.

Innenfutter der Maske für einen Filter

Ich habe sowohl klassische Schwarze, als auch bunte und fröhliche Masken genäht.

Rundes Gummiband

Eine weitere Variante aus einem Reststück Patchworkstoff in rot mit Herzmuster:

Maske mit Rundgummi
Ansicht des Innenfutters

Lieferschwierigkeiten bei Materialien

Von dem schönen Rundgummiband hatte ich jedoch leider nicht mehr so viel vorrätig. Nicht verwunderlich, dass Gummiband (wie auch Schrägband) momentan an vielen Stellen ausverkauft ist. Daher habe ich einige Masken mit ganz normalem flachen Gummiband ausgestattet. Der Stoff mit dem Kakteenmuster ist übrigens auch in meiner Nähmaschinenhülle zu finden.

Maske mit Kakteenmuster
Kakteenmuster
Maske mit flachem Gummiband

Den Baumwollstoff mit Strichmuster habe ich auch schon einmal bei dieser Handtasche als Innenfutter verarbeitet. Die Masken sind ein gutes Nähprojekt, um auch kleine Stoffreste noch verbrauchen zu können.

Behelfsmaske
Behelfsmaske

Wie wasche ich die Masken?

Die nächste Frage, die ich mir gestellt habe: “Wie wasche ich die Masken?” Der Baumwollstoff verträgt Temparaturen bis 90°C, dann hätte ich den Stoff aber im Vorfeld auch noch einmal mit diesen hohen Temparaturen vorwaschen müssen (habe ich nicht gemacht, da meine Stoffe bei 40°C bereits einmal vorgewaschen waren). Mein verwendetes Rundgummiband soll eigentlich nur bis 40°C gewaschen werden, das flache Wäschegummi hingegen hält sogar bis zu 95°C aus.

Es kommt also immer darauf an, welche Materialien man verwendet. Ich werde meine Masken bei 60°C in der Waschmaschine oder alternativ mit etwas Spüli in einem Topf auf dem Herd waschen. Ich denke bei regelmäßigem Waschen mit sehr hohen Temperaturen werden die Farben der Stoffe vielleicht noch etwas ausbleichen. Wer also auf Nummer sicher gehen will, dass nichts einläuft oder ausbleicht, näht im besten Fall Masken aus hellem, einfarbigen Stoff und mit dem flachen Wäschegummi.

Hast du dir auch schon eine Maske genäht?

Schreibe einen Kommentar