Gefütterte Jacke “Frida” aus Bouclé

Jacke Frida aus Bouclé

Ich habe mir eine gefütterte Jacke aus Bouclé genäht. Das Schnittmuster heißt “Frida” und ist eine Bomberjacke, die eigentlich ohne Futter konzipiert wurde. Besondere Details sind die Leistentaschen und der Kragen. Ich habe euch beim Nähen der Jacke mitgenommen und eine Instagram-Story mit dem Titel “Frida WIP” (=work in progess) erstellt. Wer mag kann dort die Entstehung der Jacke nachverfolgen.

Schnittmuster & Stoffwahl

Das Schnittmuster heißt “Frida” und ist vom Label “Fibre Mood”. Die Stoffempfehlung für die Jacke sieht einen groben Stoff vor, zum Beispiel Teddyfell oder Wollstoffe. Im Dezember hat Barbara dann ihre schöne Version der Frida aus einem braunen Wollbouclé gezeigt. Das hat mir den letzten Anstupser gegeben. Ihre Stoffwahl fand ich so gelungen, dass ich mir selber auch einen Bouclé gekauft habe, allerdings in schwarz.

Was ist Bouclé?

Das Stofflexikon definiert Bouclé wie folgt: “Kleider und Mantelstoffe mit ripsartiger Oberfläche, völlig oder teilweise aus Effektzwirnen mit Noppen, Schlaufen oder Schlingen.” Bouclé hat so eine typische Schlingen-Struktur und häufig einen Wollanteil, wobei es auch Boucléstoffe nur aus Polyester gibt.

Ich habe für meine Jacke einen Bouclé-Stoff mit einem geringen Polyesteranteil gesucht und bin bei Stoffe Hemmers fündig geworden. Der Stoff setzt sich aus 35% Wolle, 35% Polyester und 30% Viskose zusammen. Leider habe ich erst nach dem Kauf festgestellt, dass er eigentlich nicht waschbar ist. Ist auch logisch, Wolle läuft ja bei der Wäsche ein. Da ich die Jacke aber gerne zukünftig auch Mal waschen möchte, habe ich den Stoff vor dem Nähen ohne Schleudern in das seichte Schaukeln des Wollwaschprogramms gegeben und ihn liegend getrocknet. Ich hatte etwas Angst, dass er einläuft, aber es ist glücklicherweise alles gut gegangen.

Jacke “Frida” aus Bouclé

Jacke Frida aus Bouclé

Das ist also Jacke Frida. Sie wird mit einem silbernen Metall-Reißverschluss geschlossen. Auf den Bildern sieht man, dass der Beleg an der Vorderseite ein bisschen rauskrabbelt. Das liegt glaube ich einfach an dem dicken Stoff. Eventuell könnte ich den Reißverschluss noch absteppen, dann legt sich der Beleg noch etwas.

Reißverschluss in der Bouclé-Jacke

Im geöffneten Zustand sieht die Jacke dann so aus. Cheeeeese 🙂

Jacke aus Bouclé

Futter mit Leoparden-Muster

Innen ist die Jacke gefüttert. Den Futterstoff habe ich bei meinem örtlichen Stoffhändler DerStoff gefunden. Sie haben eine Kiste mit Reststücken und da war diese Leoparden-Stoff-Schönheit dabei.

Futterstoff mit Leopardenmuster

Die Anleitung sieht eigentlich kein Futter vor, aber das bremst mich ja nicht mehr. Ich habe einfach die Vorderteile, das Rückenteil und die Ärmel aus dem Futterstoff zugeschnitten und zusammengenäht. Dann habe ich gemerkt, dass ich die Belegteile noch abziehen muss und sie unter Berücksichtigung einer Nahtzugabe abgeschnitten. Anschließend habe ich das Futter Ärmel für Ärmel in die Jacke eingesetzt. Danach noch das Futter an die Belegteile und den Saum genäht und schon ist es drin.

Nächstes Mal würde ich die Ärmel des Futters noch so 2 cm länger machen. Der Futterteil im Ärmel sitzt momentan ein klein bisschen zu straff, so dass sich der Ärmel etwas nach oben rollt. Das fällt mir aber nur auf, wenn die Jacke am Bügel hängt, bisher hab ich noch keine Nachteile beim Tragen bemerkt.

Jacke mit Leoparden-Futter

Leistentaschen & viele Lagen Stoff

Bei den Leistentaschen hatte meine Nähmaschine so ihre Probleme durch die vielen Lagen Bouclé-Stoff durchzukommen. Der Platz unter meinem Nähfüßchen ist einfach nicht ausreichend genug. Ich hab es trotzdem mehrmals versucht alles darunter zu quetschen, aber die Nähte haben dann trotzdem einfach nicht gehalten. Schlussendlich musste ich die Jacke zu diesem Zeitpunkt erst einmal liegen lassen. Ein paar Tage später hatte ich aus dem Nähpark eine Nähmaschine zum Testen zu Hause und konnte die Taschen glücklicherweise auf einer anderen Maschine zu Ende nähen.

Kragen und Leistentaschen

Nähmaschinenkauf & Probenähen

Leider hat mir die Maschine, die ich zur Probe genäht habe (eine Juki HZL-DX5) nicht so zugesagt. Es ist eine computergesteuerte Nähmaschine, auf die ich durch die Empfehlung von Pattydoo gekommen bin. Die Juki’s kommen aus der Industrienäherei und die Maschine hat neben allerlei Schnickschnack einen Block-Transport, der vor allem für die Jerseyverarbeitung gut geeignet ist. Für viele ist eine solche Maschine verständlichweise ein Traum, weil sie wirklich alles hat, was das Nähherz begehrt.

Ich habe beim Testen jedoch gemerkt, dass mir das computergesteuerte nicht so zusagt. Es ist einfach etwas völlig anderes, ob man für einzelne Arbeitsschritte einen Knopf drückt oder alles manuell macht. Das fängt beim Absenken des Nähfußes an (Knopf vs. Hebel) und geht bis zum Abschneiden des Fadens (Knopf vs. Schere). Auch das Nähgefühl ist ganz anders. Ich bin damit leider nicht warm geworden, so dass ich die Maschine schweren Herzens zurückgeschickt habe. Jetzt schaue ich mich gerade nach einem einfacheren und soliden Modell um, welches ebenfalls einen guten Stofftransport garantiert (Tendenz geht momentan zu Pfaff, weil mein Opa schon auf einer Pfaff genäht hat und die den IDT-Transport haben).

Bouclé-Jacke für Frühjahr & Herbst

Die Jacke ist sicher bald schon zu warm, um sie tragen zu können. Der Sommer kommt jetzt doch ganz schön schnell. Ich habe glaube ich einfach etwas zu lange zum Nähen gebraucht.

Daher genieße ich jetzt einfach jeden Moment, wo die Temperaturen noch etwas kühler sind, um sie zum Spaziergang auszuführen. Durch das Futter kratzt der Wollstoff gar nicht und sie ist so gemütlich. Ich bin richtig stolz, dass ich sie endlich fertiggestellt habe 🙂

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22 Kommentare bei „Gefütterte Jacke “Frida” aus Bouclé“

  1. wunderschön geworden ist Deine Frida! Ich hatte meine gestern morgen auch wieder an, denn nachts ist es ja schon recht kühl. Das Leopardenfutter finde ich genial, das ist so der richtige Hingucker zu dem klassischen Aussenstoff. Und natürlich kann man den Stoff waschen,, geht doch bei den meisten Stoffen, wenn man ein bisschen aufpaßt. Wie hast Du denn die Bündchenfrage gelöst, hast Du ein passendes Fertigbündchen gefunden, oder die Bündchen aus dem Hauptstoff gemacht?
    Bei der Suche nach einer neuen Nähmaschine wünsche ich Dir viel Glück. Ich glaube, das ist immer Geschmackssache. Meine Bernina ist auch nur teilweise computerisiert, und ich bin damit ganz zufrieden. Diese automatischen Fadenabschneider finde ich furchtbar- ich will lieber selbst entscheiden, welche Fäden ich wie lange abschneide, denn manchmal braucht man doch die langen Fadenenden noch
    Liebe Grüße, Barbara

    1. Lieben Dank! Ich habe die Bündchen einfach aus Bündchenware gemacht. Allerdings habe ich im Nachhinein auch gemerkt, dass ein derberes Bündchen auch gut gepasst hätte. Der Bouclé ist ja auch schon relativ dick, daneben wirkt mein Bündchen jetzt sehr fein. Beim nächsten Mal würde ich ein Grobstrickbündchen nehmen, das hätte ich sogar auch noch hier gehabt. Naja, hinterher ist man immer schlauer 😉
      Viele Grüße
      Jenny

  2. Boucle in cool; große Klasse und ein Jackenfutter finde ich in den meisten Fällen schöner; sieht sauberer und kompletter aus.
    LG von Susanne

    1. Danke sehr! Ich stimme dir voll zu, das Futter ist schon ein wichtiges Detail und es ist auch viel angenehmer zu tragen.
      LG Jenny

  3. Schaut super aus. Reißverschluss absteppen ist eine gute Idee.
    Der April hat uns so toll mit Wärme verwöhnt, aber jetzt kommen noch die Eisheiligen, ich denke du kannst deine Jacke morgens und abends noch eine ganze Weile tragen.
    Liebe Grüße
    Elke

    1. Hi Elke,
      nachdem ich den Beleg auf den Bildern gesehen habe, will ich den Reißverschluss jetzt auch absteppen. Danke für die Bestätigung!
      Aktuell sind bei mir 3°C und ich freu mich drüber meine Strick und Wolljacken tragen zu können 😉
      Liebe Grüße
      Jenny

  4. Sehr schön ist deine Jacke geworden! Besonders das Futter hat es mir angetan, was ein schönes Detail und super, dass du das mittlerweile einfach selber hinzufügen kannst! Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche nach der Nähmaschine deiner Träume 🙂
    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Ja, die Liebe zum Futter teilen wir dann wohl, das macht die Jacke erst richtig komplett 🙂
      Danke dir und ganz liebe Grüße zurück!
      Jenny

  5. Sehr schöne Jacke, wenn auch leider die Taschen im schwarz des Stoffes kaum auszumachen sind auf den Fotos 😉 Dafür erfreut das Futter umso mehr. viel Glück bei der Nähmaschinensuche. Wenn Du weniger Computer haben willst, bist Du vielleicht bei den älteren Modellen auf dem Gebrauchtmarkt besser aufgehoben, als bei neuen Maschinen. Falls ich mal auf neue Maschinen gehe, dann ist Juki ganz eng in der Wahl, gerade weil sie aus dem Industriebereich kommen und daher schön robust sind. LG Kuestensocke

    1. Das stimmt, schwarz zu fotografieren ist schon nicht leicht, aber Bouclé wehrt sich irgendwie nochmal ganz besonders dagegen. Vielen Dank für die Tipps zum Nähmaschinenkauf! 🙂
      LG Jenny

  6. Gefällt mir richtig gut! Ich habe mir auch vorgenommen ein paar Jacken zu nähen!
    Liebe Grüße!

    1. Danke! Weißt du schon, was es für eine werden soll? Ich trage die Blousons der letzten Jahre immer noch recht häufig, liebäugel aber auch schon seit längerem mit einem Trenchcoat oder einer Jacke im Military-Style, die ich vllt. noch nähen will.
      Viele Grüße
      Jenny

  7. Wunder-wunderschöne Jacke! glückwunsch!
    zur Nähmaschine: ich verstehe es, dass dir das comuterisierte nicht zusagt. aber bedenke bei Pfaff bitte, dass sie seit anfang 2000 Jahre komplett nach china verkauft worden sind, die qualitätskontrolle komplett aus europa eingestellt haben, die meisten teile aus plastik und dünnen metallen machen und wenn man mit den techniker redet….. ist die liste,was die maschine mittlerweile nicht kann, länger ist als das ,was sie kann. daher empfehlung.. wenn pfaff, dann müsste sie etwa mindestens 15-20 jahre alt sein. es gibt genug davon in hervorrangenden zusatnd samt zubehör für relativ kleinen preis auf dem markt. Pfaff 362- ein eigentlich ein traum- näht von leder bis chiffon. macht aber keine “jersey-stretch”-naht und keine automatische knopflöcher.

    1. Vielen Dank für die Glückwünsche 🙂 Ich weiß, dass Pfaff nicht mehr so produziert wie früher, aber bei meiner bisherigen Recherche habe ich in den Nähforen auch für die neuerenn Maschinen noch viele Befürworter gefunden. Da ich viel Jersey nähe und auch hin und wieder mal ein Knopfloch, würde ich nicht komplett auf diese Funktionen verzichten wollen. Ich denke man muss sich auch einfach mal durchprobieren. Bei der Juki hat das Probenähen auf jeden Fall geholfen und wenn es in diesem Fall nur die Erkenntnis war, dass nicht unbedingt alles computerisiert sein muss.
      Viele Grüße
      jenny

  8. Wirklich toll geworden. Ich finde es ja immer faszinierend, wenn jemand den Schnitt gut sich anpasst und das auch noch funktioniert. Die Beschreibung deines Futters klingt an sich ganz einfach, aber darauf gekommen wäre ich wohl nicht. Gut, dass es auch kühle Sommernächte gibt, wo du bestimmt froh über eine solche Jacke bist, ansonsten freust du dich einfach auf den Herbst.

    1. Vielen Dank, Moni 🙂 Beim Nähen merke ich immer, dass es auf’s “einfach machen” ankommt. Ich hab es auch nur bei anderen gesehen, eine Anleitung gegooglet und dann einfach mal ausprobiert. Hinterher ist man immer schlauer und nach ein paar Mal Futter einnähen, wird es dann immer besser.
      Liebe Grüße
      Jenny

  9. Auf die Jacke bist Du zu Recht stolz! Die ist wirklich toll, wobei ich besonders die Farb- und Materialkombination mag, schwarzer Bouclé und Leo-Futter. Die wird Dich sicherlich lange begleiten. Ich finde, eine Nähmaschine ist eine ziemlich persönliche Angelegenheit. Ich drücke dir die Daumen, dass Du bald das passende Modell für Dich findest. Lusterigerweise habe ich meine Mascnine vor zwei Jahren auch getauscht, als ich beim Mantelnnähen nicht mehr alle Lagen unter den Nähfuß bekam. Liebe Grüße Manuela

    1. Hi Manuela,
      vielen lieben Dank! Was ein lustiger Zufall, dass du aus dem gleichen Grund die Maschine gewechselt hast. Ich nähe jetzt schon viele Jahre auf meiner Einsteigermaschine, da ist es auch an der Zeit sich weiterzuentwickeln und zu wechseln. Ich denk auch, dass die Entscheidung für oder gegen eine Nähmaschine von persönlichen Vorlieben und auch Gewohnheiten abhängt. Bei der computerisierten Juki habe ich auf jeden Fall gemerkt, dass ich kein Stick-Alphabet brauche und lieber das Handrad betätige als nen Knopf zu drücken. Welche Maschine hast du denn im Einsatz?
      Liebe Grüße
      Jenny

      1. Janome Horizon Memory Craft 8900 QCP. Also inzwischen auch Team Nähcomputer, obwohl ich eine Weile gebraucht habe, damit warm zu werden! Ich habe mich vorher gefragt, was mir persönlich wichtig ist: großer Durchlass & variabler Nähfußdruck (weil Mantel…), sowie ein Obertransportsystem. Übrig blieben Pfaff, Janome und Bernina, alle computerisiert. LG Manuela

        1. Vielen Dank für die Info! Ein Obertransport möchte ich auch gerne haben.
          Liebe Grüße
          Jenny

  10. Oh man ist die wieder verdammt COOL!!! Echt jetzt ey! Ich komme mit dem Obertransportfuß meiner Bernina sehr gut aus, aber es mag da noch bessere Geräte und Hilfsmittel geben. Ich drücke dir die Daumen, dass du das passende findest! LG Sarah

    1. Vielen Dank, das freut mich 🙂 Ein Obertransport ist nicht zu verachten, vor allem bei Jersey und Webware wäre er sicher nützlich.
      Liebe Grüße
      Jenny

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