Herbstprojekte – Berlin Jacket, Streifenshirt & Hipbag

Berlin Jacket & Hipbag

Meine Herbstprojekte sind endlich fertig gestellt: Ein lässig weiter Mantel, ein rot-weiß gestreiftes Langarmshirt mit V-Ausschnitt und eine Bauchtasche aus Samt. Zum heutigen Me Made Mittwoch zeige ich euch endlich alles.

“Berlin Jacket” aus Virgin Wool

Berlin Jacket aus Virgin Wool

Auf das Schnittmuster “Berlin Jacket” von Tessuti Fabrics bin ich über Instagram aufmerksam geworden. Ich mag die offenkantige Verarbeitung des Mantels, die überschnittenen Schultern, die weiten Ärmel und dass der Mantel nur offen getragen wird.

Als Material dient mir hier ein Wollstoff, den der Verkäufer auf dem Stoffmarkt als Virgin Wool angeboten hat (laut ihm ist dies die Wolle vom Schaf, die bei der ersten Scherung abfällt und möglichst unverarbeitet ist) . Der Wollstoff ist sehr weich und hat zusätzlich noch einen 20%igen Polyesteranteil, so dass man ihn sogar im Wollprogramm in der Waschmaschine waschen kann (die Maschine sah danach aber auch aus, als hätte ich ein Schaf gewaschen – alles voller Flusen).

Meine Anpassungen am Schnitt

Verlängerung der Ärmel

Obwohl ich den Schnitt des Mantels auf Anhieb mochte, habe ich ein paar Anpassungen vorgenommen. Ich habe die Ärmel deutlich verlängert, damit sie bis zum Ende meiner Arme gehen und nicht die ursprünglich angedachte 7/8-Länge haben.

Eingeschränkte offenkantige Verarbeitung

Den Stoff würde glaube ich an stark beanspruchten Stellen aufribbeln ohne eine Versäuberung, so dass ich die reine offenkantige Verarbeitung, die bei dem Schnittmuster vorgesehen ist, nicht umsetzen konnte. Stattdessen habe ich nur einige Nähte an den Taschen und Schultern, sowie den Saum offenkantig gelassen. Die stark beanspruchten Stellen, wie vorne an der Blende, habe ich jedoch ganz normal rechts auf rechts genäht.

Offenkantige Verarbeitung

Silbernes Innenfutter

Zudem habe ich ein Innenfutter ergänzt, damit der Wollstoff (es sind 80% Wolle enthalten) nicht zu kratzig ist. Den silberne Satin-Futterstoff habe ich von Stoff&Stil. Leider habe ich kein Detailfoto von dem Futter gemacht, aber hier sieht man es ein wenig hervorblitzen:

Berlin Jacket

Streifenshirt “Liv” mit V-Ausschnitt

Unter dem Mantel trage ich übrigens wieder einen Evergreen – ein Basic Shirt nach dem Schnittmuster “Liv” von Pattydoo. Diesmal mit einem V-Ausschnitt und langen Ärmeln. Der rot-weiß gestreifte Baumwolljersey ist von Alles für Selbermacher.

Hipbag aus Baumwoll-Samt

Dazu passt meine Hipbag aus Baumwoll-Samt. Das Schnittmuster und die Anleitung dazu gibt es kostenlos bei Initiative Handarbeit.

Hipbag aus Baumwollsamt

Samt und Träger aus Baumwolle

In den Baumwoll-Samt habe ich mich verliebt, als ich ihn im lokalen Stoffladen sah und mir direkt eine Gürteltasche dazu vorgestellt. Das Material ist nicht ganz so günstig, aber für so eine Tasche benötigt man ja glücklicherweise nicht allzu viel davon und die Qualität ist super.

Passend zum Baumwollsamt habe ich der Tasche auch Träger aus Baumwolle spendiert. Die Träger sind in der Länge verstellbar, weshalb das Band so herunterbaumelt, wenn die Träger relativ kurz eingestellt sind. Daher habe ich ein kleines Stück Gummiband ergänzt, damit das überschüssige Band fixiert ist.

Halterung für Baumwollband

Futterstoff mit Silberfäden

Das Futter ist beige, mit Blättern gemustert und durchzogen von feinen silbernen Fäden. Ein bisschen kitschig vielleicht, aber ich fand es ganz passend zu dem Samt. Den Futterstoff habe ich bei Snaply gefunden.

Innenfutter der Hipbag

Fazit: Hipbag von Initiative Handarbeit

Ich mag an dem Schnittmuster der Hipbag, dass sie ein Futter hat und schmale, abgerundete Seitenteile, die eingesetzt werden. Sie ist jedoch eher etwas für geübte Näher. Ich fand nicht alle Schritte (in der geschriebenen Anleitung) ausreichend gut erklärt. Im Nachhinein habe ich aber gesehen, dass es auch ein Nähvideo gibt, vielleicht lohnt sich bei Unklarheiten ein Blick hinein.

Hipbag von Initiative Handarbeit

Ich muss aber auch sagen, dass die Hipbag mir etwas zu groß ist. Es fühlt sich komisch an, so einen “Bauchladen” um den Oberkörper herum zu tragen. Andererseits hat es sich auch erst komisch angefühlt solche weiten Ärmel an einem Mantel zu haben, wie es bei der Berlin Jacket der Fall ist. Vermutlich alles eine Sache der Gewohnheit. Nach dem Nähen habe ich gesehen, dass viele sich das Schnittmuster der Hipbag (z.B. auf 70%) verkleinert haben, keine schlechte Idee!

Verlinkt beim Me Made Mittwoch

21 Kommentare bei „Herbstprojekte – Berlin Jacket, Streifenshirt & Hipbag“

  1. Ich finde ja die anderen Hipbags alle viel zu klein, um diese sinnvoll zu nutzen – ich sollte mir also diese vielleicht mal näher angucken 🙂

    Deine (kitschige) Version finde ich sehr hübsch – ebenso wie Mantel und Shirt. Und gerade die Schulterlinie ist ein sehr schönes Detail! 🙂

    Liebe Grüße, Anne

    1. Hallo Anne,
      lieben Dank! Also wenn dir die anderen zu klein sind, dann solltest du dir diese in jedem Fall mal anschauen.
      Da passt ein halber Hausstand rein 😀
      Viele Grüße
      Jenny

  2. Ach schade, du hast deinen “Bauchladen” ja gar nicht umgeschnallt, : ); die Optik der Bauchtasche ist jedenfalls klasse und ich hoffe, dass du dich mit der Größe noch anfreunden wirst.
    Auch Mantel und Shirt finde ich sehrsehr hübsch, schlicht und einfach schön.
    LG von Susanne

    1. Danke, Susanne! Ja, stimmt, umgeschnallt kann man die Größe nochmal besser sehen. Vielleicht reiche ich bei Gelegenheit ein Tragefoto nach. Die Gelegenheiten irgendwas bei Tageslicht zu fotografieren schwinden bei mir im Winter immer rapide 🙂
      Liebe Grüße
      Jenny

  3. Was für ein toller Mantel! Richtig modern und bequem und schön! Das Shirt passt auch gut dazu. Die Bauchtasche sieht sehr elegant aus. Bei dem Schnittmuster habe ich auch bedenken, dass es mir zu groß wäre. Das hat mich bisher davon abgehalten.
    LG, Bettina

    1. Hallo Bettina, vielen Dank, der Mantel ist in den letzten Tagen hier auch zum Lieblingsstück mutiert. Die weiten Ärmel und die überschnittenen Schultern bringen wirklich Bequemlichkeit mit sich. Wenn du auch eher kleinere Bauchtaschen gut findest, dann kann ich das (ebenfalls kostenlose) Schnittmuster für den Sportgürtel von Pattydoo empfehlen. Der ist sehr schmal, es passt gerade mal ein Handy, Schlüssel, etwas Geld und vielleicht noch ein paar Taschentücher rein. Reicht aber völlig aus und kann je nach Kleidung auch unterm Pulli getragen werden. Die Tasche trage ich beim Sport oder Reisen echt gerne.
      Liebe Grüße
      Jenny

  4. Toll was du alles genäht hast. Und schön dass du zufrieden bist.
    Die Hip-Bag habe ich mir auch genäht, und war froh über das Video.

    LG, Heike

    1. Ja glaube ich, ich habe es leider zu spät gesehen und hatte zuerst ein paar Knoten im Kopf 🙂 Aber was soll’s, es hat auch so geklappt.
      Liebe Grüße
      Jenny

  5. Der Mantel sieht wirklich sehr gemütlich aus! Dass er nur offen getragen ist wäre in meinem Alltag zwar überhaupt nicht nützlich, aber je nach dem wie man so unterwegs ist bestimmt toll und sehr stylisch.
    Das Shirt sieht ebenfalls gut aus, schöne Farbe 😉

    1. Danke dir! Ja, der Mantel ist sicher nicht für jede Gelegenheit gemacht, aber für mich passt es ganz wunderbar. Der Weg vom Bahnhof zum Büro hat nur einen kurzen Fußweg und vor der “Öffnung” des Mantels trage ich aktuell auch noch einen Schal. Gefroren habe ich bisher noch nicht so wirklich. Der rote Farbtupfer vom Shirt heitert einen etwas auf, jetzt wo alles immer dunkler und trister wird 🙂
      Liebe Grüße!

      1. Ja, so ähnlich dachte ich mir das. Zu Fuß ist der sicherlich super, auch praktisch, weil man nicht so schnell überhitzt wenn es mal flotter gehen muss. Ich bin ja fast immer mit dem Rad unterwegs, da wäre es quatsch. Und noch habe ich den Platz für mehrere Jacken nicht 😀

  6. Edel!!! Fällt mir zum Mantel und der Bauchtasche ein! Die ganze Kombi würde ich genau so nehmen… Für so einen weiten Mantel fehlte mir bisher der Mut, aber an Dir überzeugt der Schnitt total! LG Sarah

    1. Vielen lieben Dank! Dir würde er sicher auch gut stehen 🙂 Und der Schnitt ist so einfach und man kann ihn auch ohne Futter nähen… das solltest du ausprobieren 🙂 Liebe Grüße!
      Jenny

  7. Der Mantel gefällt mir sehr gut, schön lässig.
    Den Schnitt für die Tasche zu verkleinern ist eine gute Idee, denn das Original ist mir auch zu groß.
    Viel Freude mit deinen neuen Werken wünscht dir
    Heike

  8. Edel und lässig zugleich ist Dein Mantel und gefällt mir sehr gut. Schnell übergeworfen finde ich solche legeren Teile gerade für die Übergangszeit perfekt.
    LG Ina

  9. Der Mantel schafft den Spagat sehr schick und gleichzeitig ein Teil für jeden Tag zu sein. Gefällt mir sehr gut.
    LG Malou

    1. Vielen Dank, ich habe ihn im Büro bisher schon oft getragen. Solange es noch nicht friert, ist er super!
      Viele Grüße
      jenny

  10. Den Berlin-Rock kannte ich ja, den Berlin-Mantel noch nicht. Der Mantel sieht super aus! Bei Herbstjacken, die man nicht schließen kann, zögere ich immer ein wenig… Aber um darin Brötchen beim Bäcker und die Zeitung zu holen, muss er vielleicht auch nicht. Außerdem ist Praktikabilität nich alles! Ich finde ihn toll! LG Manuela

    1. Hallo Manuela,
      den Berlin-Rock kenne ich wiederum nicht, magst du verraten, welchen Schnitt du meinst? Ich bin nämlich zufällig auch gerade auf der Suche nach einem Rock-Schnittmuster 🙂 Ich stimme dir zu, Praktikabilität ist nicht alles, der Mantel ist so bequem und ich fühle mich richtig gut gekleidet darin. Ganz ohne Knöpfe oder Reißverschlüsse 😉
      Liebe Grüße
      Jenny

  11. Gern. Jupe Berlin von Orageuse, ein französisches Indie-Label. Sandra von Rehgeschwister hatte ihn damals innerhalb des dtsch.-sprachigen Bloggercommunity als erstes genäht; es gibt noch eine Reihe weiterer schöner Umsetzungen im Netz. Liebe Grüße Manuela

    1. Super, danke für die schnelle Antwort. Tatsächlich habe ich zu dem Rock schonmal einen Blogartikel irgendwo gelesen. Es gab irgendeinen Grund, warum ich ihn für mich wieder verworfen hatte, obwohl ich ihn auf den ersten Blick richtig schön fand. Da muss ich mich wohl nochmal durchstöbern, schön ist er nämlich wirklich.
      Liebe Grüße
      Jenny

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